Wasseraufbereitung auf hohem Niveau:
Das Klärwerk Hage
Beim Hager Klärwerk kümmern sich zurzeit drei Mitarbeiter um die Aufbereitung des Wassers: Jörg Grensemann, zertifizierter Kanalsanierungsberater und Abwassermeister, Wilhelm Ackermann, Ver- und Endsorger und Schmied und Andreas Frerichs (Schlosser). 1997 ersetzte das Klärwerk an der Hagermarscher Straße das alte Klärwerk in der Kiebitzstraße, weil dieses den aktuellen Auflagen nicht mehr standhalten konnte.
Weites Kanalnetz und große Kapazitäten
Am Hager Klärwerk ist die gesamte Samtgemeinde Hage angeschlossen. Über circa 60 Kilometer Freigefälle, 65 Pumpstationen und etwa 20 Kilometer Druckleitungen wird das Abwasser dem Klärwerk zugeführt.
Die Größe des Klärwerks beträgt etwa 18.000 EWG (Einwohnergleichwerte) – angeschlossen sind zurzeit circa 11.000 EWG.
Der Reinigungsablauf
Das Klärwerk Hage ist ein mechanisch biologisches Klärwerk, das das Abwasser grob eingeteilt über drei Stufen reinigt.
1. Reinigungsstufe: Mechanisch
Zunächst durchströmt das Abwasser einen sogenannten Rechen, in dem sämtliche grobe Verschmutzungen herausgefiltert werden. Danach durchläuft es einen Rundsandfang, in dem alle größeren Körner vom Abwasser getrennt werden. In einem Sandwäscher wird dann das organische Material aus dem mineralischen ausgewaschen. Der organische Anteil fließt zurück in die Anlage und der mineralische Teil wird für kleinere Baumaßnahmen auf dem Gelände gelagert.
2. Reinigungsstufe: Biologische Abwasserbehandlung
Nach der Filterung von groben Verschmutzungen wird das Abwasser auf zwei Belebungsbecken verteilt. Darin finden biologische Vorgänge statt, bei denen diverse für das Gewässer schädliche Stoffe abgebaut werden. Ohne die biologische Behandlung würde zum Beispiel Harnstoff im Gewässer schnell zu Ammoniak umgewandelt, was für Fische stark giftig wäre.
3. Reinigungsstufe: Chemische Reinigung
Scheitert die Kläranlage dabei, den Anteil an schädlichen Stoffen biologisch abzubauen, greift die chemische Reinigungsstufe. Hier bindet ein Fällungsmittel zum Beispiel überschüssigen Phosphor im Überschussschlamm. Ist der Schadstoffanteil entsprechend gesenkt, läuft die Reinigung biologisch weiter.
Schlammbehandlung
Das Endprodukt jeder Kläranlage ist der Klärschlamm. Nach einer Entwässerung ist dieser transportabel und stichfest. Der Klärschlamm aus Hage wird als Zusatzbrennstoff in ein Steinkohlekraftwerk gegeben, wo er verbrannt und zu Strom verarbeitet wird.
Sauberes Wasser
Nach den Reinigungsvorgängen durchläuft das Abwasser zwei Schönungsteiche und strömt dann über einen Vorfluter in das Norder Tief. Das Wasser der Kläranlage Hage zeichnet sich durch eine besonders hohe Sauberkeit aus.